„Ich für meinen Teil spüre, dass ich hier hingehöre. Hier habe ich alles, was ich für ein glückliches Leben brauche. Und natürlich schlägt sich das in meinen Liedern wieder. Ich singe ja über das, was mich berührt.“

Kalle Johannsen

Musiker

Der Husumer Kalle Johannsen steht seit nunmehr 40 Jahren als Folksänger auf der Bühne und singt Lieder in den Sprachen seiner Landschaft: Deutsch, Plattdeutsch und Friesisch. 2008 wurde er gemeinsam mit seinem Duoparter Manuel Knortz (Dragseth-Duo) mit dem Hans-Momsen-Preis, Kulturpreis des Kreises Nordfriesland, ausgezeichnet. Im Dezember 2018 veröffentlichte Kalle Johannsen seine erste Solo-CD „Ströntistel“, mit der er sich in den TOP 10 der Liederbestenliste des deutschsprachigen Liedes platzierte. Er wird begleitet von Christoph Hansen (Saxofon, Gitarre).

11.5., 19:30 Uhr

Charlottenhof

Klanxbüll

1.6., 19:30 Uhr

Kirchspielkrug

Ostenfeld

27.6., 19:30 Uhr

Roter Haubarg

Witzwort

14.9., 19:30 Uhr

Mehrzweckhalle

Pellworm

15.9., 18 Uhr

Schloss

Husum

Nachdem Kalle Johannsen zunächst als Solist und in verschiedenen Folkgruppen gespielt hatte, gründete er 1983 mit Manuel Knortz das Dragseth Duo. Bis zur Trennung im Jahre 1993 veröffentlichten die beiden 3 Schallplatten, von denen vor allem die zweite Es ist ein Flüstern mit Neuvertonungen von Gedichten Theodor Storms besondere Beachtung fand. Johannsen und Knortz wurden für ihre einfühlsamen poetischen Lieder mehrfach ausgezeichnet, gaben Konzerte im ganzen Bundesgebiet, vertraten Schleswig-Holstein auf nationalen und internationalen Festivals und waren häufig Gäste in Rundfunk und Fernsehen. 1990 wurde das Dragseth Duo mit dem Bad-Bevensen-Preis ausgezeichnet. In der Begründung hieß es: „ Kalle Johannsen und Manuel Knortz sind zwei in Nordfriesland lebende Künstler, die sich in vorbildlicher Weise der musikalischen und sprachlichen Tradition ihrer Landschaft angenommen haben. Mit gleicher poetischer Kraft und Phantasie widmen sie sich dem Erfinden neuer Themen und Stoffe, die sie frei von romantisierender Nostalgie in einen eigenen musikalischen Stil umsetzen.“

Nach einer vorübergehenden Trennung von Manuel Knortz im Jahre 1993 trat Kalle Johannsen als Solist mit traditionellen und zeitgenössischen Liedern in deutscher, plattdeutscher und friesischer Sprache auf oder gemeinsam mit anderen Künstlern. Dabei bestritt er u. a. Themenabende mit Dichtern und Autoren oder literarische Programme, u. a. mit Irmgard Harder, Reimer Bull und Conrad Hansen sowie dem Schauspieler Rainer Luxem aus Lübeck und dem plattdeutschen Autor Frenz Bertram.

Seit 2003 treten Kalle Johannsen und Manuel Knortz wieder gemeinsam auf und wurden 2008 mit dem „Momsen-Preis“, dem Kulturpreis des Kreises Nordfriesland ausgezeichnet. Danach wurde aus dem Duo mit Jens Jesse das Dragseth Trio.

 

 

Ströntistel

Rechtzeitig zum 40jährigen „Dienstjubiläum“ hat Kalle Johannsen mit „Ströntistel“ seine erste Solo-CD vorgelegt, 14 Songs, 10 in Deutsch und je 2 in Plattdeutsch und Friesisch. Der Titel des Albums, das friesische Wort für die Stranddistel, der vom Aussterben bedrohten Pflanze, die man mit Glück noch in den Dünen der friesischen Inseln finden kann, ist Programm: „Stranddistel, meine Blum‘ / Stranddistel gilt auch mir!/ Dort auf dem Dünensand,/ hier auf des Lebens Strand / sind stachlig beide wir.“ So lautet die deutsche Nachdichtung des Gedichtes „Min Bloom“ von Jens Mungard (1888 – 1940), dem herausragenden Dichter in nordfriesischer Sprache. Zu finden auf seinem Gedenkstein auf dem Gelände vor dem Konzentrationslager Sachsenhausen, in dem Jens Mungard am 14. Februar 1940 an den Folgen der Haft starb.

In den Songs geht es u. a. um Migration, Ausgrenzung, Vertreibung, aber auch um Menschen, die sich bewusst abseits das „Mainstreams“ bewegen und sich ihre Individualität bewahren. „Mein Name ist Hosanna“ erzählt die Geschichte des Kindes Hosanna, die über das Mittelmeer bis nach Nordfriesland flüchtet. „Heimatlos“ nach einem Gedicht von Max Hermann Neiße beschreibt die Gefühle des Vertriebenen im Exil. In den Liedern „Ströntistel“ und „Der alte Sänger“ geht es um Zivilcourage, bewahren die Protagonisten den aufrechten Gang, leisten Widerstand gegen Unrecht. In dem Talkingblues vom „Holzhackerkönig“ hingegen, der sich voll und ganz der Kaminholzproduktion hingiebt, lässt Kalle Johannsen auch seine humorvolle Seite anklingen.

Bei der Produktion der Songs, die zum größten Teil aus eigener Feder stammen, wurde Johannsen (Gitarren, Akkordeon, Mundharmonika) von Christoph Hansen (Gitarre, Saxofone) unterstützt, der auch für Aufnahme und Sound verantwortlich zeichnet. Dritter im Bunde ist der herausragende Multiinstrumentalist Jens Kommnick (Gitarre, Cello, Mandoline, Bouzouki, Bass, Flöte). Außerdem gab Martin Leeb auf seiner Oboe dem Lied „Träume“ der jüdischen Dichterin Selma Meerbaum-Eisinger, eine besondere Farbe. Und Andreas Johannsen, Kalles Schwiegersohn, spielte Konzertgitarre beim „Alten Sänger“ und gestaltete Cover und umfangreiches Booklet mit allen Texten und Hintergrundinformationen zu den Liedern.